Car campen / im Auto schlafen
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Car campen / im Auto schlafen

Sommer, Sonne, Meer. Der Fahrtwind streicht sanft über die Haut und die malerischen Küstenpanoramen ziehen langsam an dem Auto vorbei. Irgendwo in einer Bucht bleibt man stehen, packt den Picknickkorb aus und entspannt vor der traumhaften Kulisse, die vom Rauschen des Wassers begleitet wird. Später bricht die Dämmerung herein und an diesem Punkt wird man unwillkürlich mit der Frage konfrontiert, ob man sich nun auf die Suche nach einem Campingplatz, einem Hotel oder einer gemütlichen Pension macht oder doch lieber einfach am Strand oder der Alm bleibt und einfach im Auto schläft. Doch wie ist die rechtliche Lage des Car Campings in Deutschland und den beliebtesten Urlaubsländern geregelt? Kann man an Ort und Stelle im Mietwagen schlafen, verweilen und sich erholen oder muss man eigens ausgezeichnete Plätze aufsuchen, um die Nacht zu verbringen? Und in welchem Mietwagen schläft man wie auf Wolken und wacht am Morgen erholt auf?

Car Camping in Deutschland

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass das Land, an dem man Halt macht, jemandem gehört. Wenn es sich dabei um ein Privatgelände handelt, so ist unbedingt die Erlaubnis des Besitzers, Mieters oder Pächters einzuholen, um später keine Probleme wegen Hausfriedensbruch zu bekommen. Mit dieser Frage ist man übrigens auch auf Parkplätzen vor Supermärkten oder Shoppingcentern konfrontiert, wo der Betreiber das widerrechtlich abgestellte Fahrzeug auf Kosten seines Halters abschleppen lassen kann. Öffentliche Gebiete verbieten das Car Campen generell aus verwaltungsrechtlicher Sicht – hier darf nur an konkret ausgewiesenen Plätzen gecampt werden. Die Nutzung der Wälder, Wiesen, Felder oder Berglandschaften ist in Deutschland durch das Landes-Waldgesetz geregelt, das jedoch immer nur für das entsprechende Bundesland gilt. Dadurch kommt es zum Teil zu unterschiedlichen Regelungen, mit denen man sich nach Möglichkeit vor Antritt der Reise bekannt machen sollte. Jedoch haben alle einen Grundsatz gemeinsam: Das Wild-Campen ist grundsätzlich verboten.

Eine rechtliche Grauzone stellt das Lagern dar. Darunter wird das Rasten, Pause machen oder Erholen verstanden. Dieses ist selbstverständlich überall erlaubt, woraus die Frage resultiert: Wo zieht man die Grenze zwischen dem kurzzeitigen Lagern und dem Campen? Da das Campieren in Deutschland als das „Nächtigen von Personen in mobilen Unterkünften, wie Zelten, Wohnwagen, Kraftfahrzeugen, Wohnmobilen, Mobilheimen und dergleichen im Rahmen des Tourismus“ verstanden wird, fällt das Car Camping eindeutig darunter. In der Praxis lässt sich der Unterschied kaum nachweisen. Wenn man sich an alle Verhaltensregeln hält, die im unteren Abschnitt angeführt sind, so wird der Förster, Polizist oder der besorgte Mitbürger kaum nachweisen können, wie lange man sich schon an Ort und Stelle befindet, solange man nicht mehrere Tage an demselben Ort verweilt.

Falls es zu einer Konfrontation mit einem Ordnungsbeamten kommt, so wird man in den meisten Fällen aufgefordert sich leise zu verhalten und den Ort genauso zu hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Im schlimmsten Fall nimmt der Polizist die Personalien auf, verwarnt die Wild-Camper und fordert sie auf, sich wieder auf den Weg zu machen. Die Polizei und die Forstbeamten haben beide das Recht, Ausweise zu kontrollieren und Weisungen zu erteilen, denen von Rechts wegen Folge geleistet werden muss.

Übergreifend über all diese Regelungen sollte man sich aber im Klaren sein, dass das Car Camping niemals eine Straftat darstellen kann. Es ist eine Ordnungswidrigkeit, die in vielen Fällen mit einer Geldbuße, die pro Person bestimmt wird, belegt wird. Diese Beträge schwanken in der Realität zwischen 5 € und 80 € und hängen vor allem von der Einhaltung der Verhaltensregeln ab. In Extremfällen kann die Geldbuße bis zu 500 € betragen, vor allem wenn es sich um gefährliche oder extrem störende Verhaltensweisen in Naturschutzgebieten handelt.

Wildes Camping im Auto in Europas beliebtesten Urlaubsländern

Leider werden die ruhigen, abgeschiedenen Plätze, an denen man entspannt sein Auto abstellen und darin übernachten kann immer weniger. Das freie Campen ist heute nur noch in wenigen EU-Staaten ausdrücklich erlaubt.So können Urlauber in den baltischen Staaten – Litauen, Lettland und Estland – ein freies, romantisches Plätzchen inmitten eines Feldes oder an einem einsamen Küstenabschnitt suchen und dort ungestört die Nacht verbringen.

Auch in dem grünen Irland können die Sonnenuntergänge an den malerischen Klippen oder inmitten der weiten Heiden problemlos vom Mietwagen aus beobachtet werden, ohne dass man eine Geldbuße oder eine Auseinandersetzung mit den lokalen Anwohnern oder der Polizei fürchten muss.

Das vor allem in den Sommermonaten unter den Deutschen beliebte Spanien, zu dem auch die Balearen zählen gehört zu den Paradiesen für Wildcamper. Hier kann man sich mit dem Mietwagen aufmachen, die Küste oder das Innenland ganz unkompliziert zu entdecken.

In den skandinavischen Ländern, wie Schweden oder Norwegen ist das Car Camping auch unter den Einheimischen sehr beliebt. Hier kann auch auf privaten Gründen für eine Nacht angehalten werden, da beispielsweise in Schweden das Allemansrecht noch immer in Geltung steht. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass man sich außerhalb der Sichtweite bewohnter Häuser befindet und kein offenes Feuer anzündet.

In Frankreich darf man sich überall niederlassen, solange man das Einverständnis des Grundstückseigentümers einholt, was sich in der Praxis oft als schwierig erweist, da beispielsweise die Küste allen Bürgern gehört und daher niemand de facto die Erlaubnis zum Campen geben kann.

Die Pommersche Bucht und die Karpaten gehören in Polen zu den beliebtesten Reisezielen. Das Car Camping ist an diesen von unberührter Natur geprägten Orten zwar per Gesetz verboten, jedoch hat der polnische Tourismusverband in den letzten 20 Jahren keine einzige Bußgeldstrafe verhängt, wodurch es in der Realität von den Grundeigentümern geduldet wird.
In Österreich und der Schweiz sind Übernachtungen in Autos nur an Rastplätzen bzw. öffentlichen Parkplätzen gestattet, wenn man sich von der Autofahrt ausruhen muss und bei einer Weiterfahrt den Straßenverkehr gefährden würde.

Besonders strenge Vorschriften, die auch in der Praxis weiterverfolgt werden, findet man in Griechenland, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Portugal und den Niederlanden.

Tipps und Verhaltensregeln zum Car Campen

Da man auch als Wildcamper ein Gast, nämlich der Gast der Natur ist, sollte man sich auch beim Car Camping dementsprechend verhalten. Der oberste Grundsatz lautet, dass man es dem Ort nie ansehen sollte, dass jemand hier gewesen ist. Müll, Holzrodungen oder andere Schäden dürfen keinesfalls hinterlassen werden. Beim Car Camping in der Nähe einer landwirtschaftlich genutzten Fläche sollte man aufpassen, dass die Ernte nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Alle Gefahrenquellen müssen vermieden werden, was ein offenes Feuer grundsätzlich ausschließt. Dazu gehören neben Lagerfeuern, die von Gesetzes wegen ohnehin erst ab einem Abstand von 100 Metern zum Waldrand erlaubt sind, auch Gaskocher, Kerzen, Fackeln und ähnliches. Denn dieses hinterlässt nicht nur eindeutige Schäden am Waldboden, sondern birgt immer die Gefahr eines unkontrollierbaren Waldbrandes in sich. Auch die Störung des menschenleeren Ortes durch laute Musik, Geschrei oder anderes sollte unterbleiben.

Das beste Auto zum Car Campen

In einem geräumigen Familienvan finden mehre Personen Platz, um die Nacht bequem zu verbringen. Bei einem Mietwagen achtet man am besten auf eine große Kofferraumfläche und eine nach hinten klappbare Rückbank. Auf dieser kann man ganz unkompliziert eine Luftmatratze oder eine dicke Decke ausbreiten und darauf ausgestreckt übernachten. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Rückbänke vollständig herauszunehmen und auf diese Art und Weise eine große Ladefläche hinter den zwei (drei) Vordersitzen zu erhalten.

Auch in vielen Kombis lassen sich die Rücksitze mit nur wenigen Handgriffen zurücklegen, sodass man im Endeffekt eine große Liegefläche bekommt. Dies funktioniert auch bei SUVs, die man aufgrund ihrer Geländegängigkeit bei einem Ausflug in die Wildnis gerne mietet.

Ein Geheimtipp sind Kastenwagen oder Mietwagen, die über eine Ladefläche verfügen. Diese sehen auf den ersten Blick vielleicht nicht so schick aus, erweisen sich aber spätestens in der Nacht, wenn man sich der vollen Länge nach auf der Ladefläche ausbreitet, als unglaublich praktisch und bequem.

Sollte man trotz aller Vorsicht einen normalen PKW oder gar einen Kleinwagen gemietet haben, so ist dies auch kein Problem. Man macht es sich auf den Vordersitzen bequem, die man so weit es geht nach hinten lehnt. Einer der Mitfahrenden könnte es sich auch in zusammengerollter Position auf der Rückbank bequem machen, während die anderen beiden in einer sitzenden Lage schlafen. Um in dieser Konstellation kein böses Erwachen mit schrecklichen Verspannungen oder Spannungskopfschmerz zu haben, empfiehlt es sich stets aufblasbare Nackenkissen auf eine Reise mitzunehmen.

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